„fair“führerische Mode

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Am Sonntag, den 08.03.15 fand im Kulturforum eine Modenschau der ganz besonderen Art statt. Die Models, Schauspielstudentinnen mit Witz und Kieler Frauen mit Charme zeigten Mode von Marken mit Charakter.

Ein Highlight war die Präsentation von „Jyoti fairworks“. Die Kleidung ist nicht nur fair sondern auch nachhaltig produziert, die Näherinnen werden gestärkt und in verschiedensten Bereichen geschult und die Preise sind bezahlbar. Nicht nur Neuware ist in ihrem Sortiment, auch upgecycelte Reissäcke werden zu kleinen Lieblingsstücken verarbeitet. Das Wort Upcycling bedeutet, das Aufwerten von alten und das Wiederverwenden von ungenutztenStoffen, wie zum Beispiel Verschnitt, Ausschuss oder Kleidungsstücken von vorherigen Produktionen.  

Aber auch Konzeptideen, wie vollrecycelte Winterklamotten von Pyua, die in den Kieler Läden „Unterwegs“ und „secret spot surfshop“ erhältlich sind oder die umweltverträglich hergestellten Chucks des Kieler „Eine Welt Ladens“ waren fester Bestandteil des Vormittages.

Für Greenpeace bedeutet „fair“führerische Mode, dass die Kleidung ohne giftige Chemikalien hergestellt wird. Bedenkt man, dass Frauen in Asien ihr eigenes Trinkwasser verschmutzen und sich jeden Tag Substanzen aussetzen müssen, die krebserregend oder immunschädigend sind, nur damit wir die neuesten Modetrends tragen können, so kann man dafür viele Worte finden … aber sicherlich nicht fair.

Im Schnitt kauft jeder von uns 60 Kleidungsstücke pro Jahr, die mit Azofarben, Perfluorierten Chemikalien oder Schwermetallen behandelt wurden, damit sie wind- und wetterfest sind, um antibakteriell zu wirken oder leuchtende Farben besitzen. In einem Kilogramm Textilien können bis zu 6 kg Chemikalien und 100 Liter Wasser bei der Produktion verbraucht worden sein. Aus diesem Grund haben Millionen Menschen in Asien keinen Zugang mehr zu sauberem Trinkwasser. Man sagt sogar, dass die Trendfarben der Saison in Chinas Flüssen zu erkennen sind.

Aber nicht nur auf der anderen Seite der Erde, während der Produktion gelangen die Chlorbenzole, Chlorphenole oder Chlorparaffine in den Wasserkreislauf. Auch bei jedem Waschgang verschmutzen wir unser kostbares Trinkwasser.

Greenpeace hat eine Kampagne namens DETOX gegründet. Diese Kampagne ist eine Wasserschutzkampagne und fordert die Textilhersteller auf, bis 2020 auf eine Produktion ohne gefährliche Substanzen umzustellen. Mitte März wird Greenpeace im sogenannten CATWALK wieder einmal veröffentlichen, welche Textilhersteller sich der Kampagne angeschlossen haben, welche Maßnahmen sie bislang getroffen haben und welche Verbesserungen zu erkennen sind.

Bislang wird dem Verbraucher nicht transparent aufgezeigt, womit unsere zweite Haut ggf. verseucht ist. Es gibt einen Einkaufsratgeber von Greenpeace. Dieser erklärt, welche Chemikalien auf dem Markt verwendet werden, welche Gefahren von ihnen ausgehen und welche Textilstandards das halten, was sie versprechen. Der Einkaufsratgeber, sowie weitere Informationen sind im Kieler Greenpeace Büro zu finden. Schauen Sie rein, fragen Sie beim Einkaufen nach und verfolgen Sie die Entwicklung der DETOX Kampagne. Es lohnt sich!

Die Lösungsansätze sind vielfältig. Gesetzgebungen müssen angepasst, Grenzwerte angehoben und Verbote ausgesprochen werden. Die Modeindustrie muss Verantwortung übernehmen und für eine bessere Produktion sorgen. Aber auch jeder Einzelne von uns kann etwas tun.

Statt auf Quantität zu setzen, sollten wir uns alle einige wenige Lieblingsteile leisten. Lieblingsteile sollten wir uns gönnen, pflegen und genießen. Und sollte der Wunsch nach etwas Neuem sein, so kann auch der Weg zum Kleidertausch eine lohnenswerte und glückbringende Alternative darstellen.

 

 

 

 

 

 

Publikationen

  • PDF icon Einkaufsratgeber: Textilien im Supermarkt 23.10.2014PDF |837.47 KBVollsortimenter wie Aldi, Lidl, Rewe und Interspar verkaufen massenhaft auch billige Kleidung und Wohntextilien. Greenpeace hat acht Marktriesen unter die Lupe genommen, um herauszufinden, wie sauber und fair sie ihre Textilien produzieren lassen. Die Ergebnisse sind in diesem Ratgeber zusammengefasst.

    PDF icon Welche Firmen haben unterschrieben? (2014)PDF |101.14 KBBislang haben schon einige Firmen die Detox-Verpflichtung unterschrieben. Doch die Kampagne will noch mehr Modefirmen gewinnen und bleibt dran.